28. März 2009
Nach dem harten Tobak nochmal schnell was fuer die gude Launeeeee. Ich gruesse euch aus dem heissen Suedamerika und freue mich auf euch Kalkleisten
Ein herzliches Hallo auch an meine Schwachhausener-Gang, die ich sehr vermisse. Ich freu mich aufs Kniffeln (Ingwertee gefaellig lieber Jens?)
und ein ueberaus herzliches Hallo an meiner Vahrer Gang (Se ……wixxers & the bikers Pussys (André du weisst, wie`s geht). Ich liebe euch. Kornelia ich wuenschte so sehr du koenntest bei uns bleiben!!!!!
und auf euch alle und sowieso…. Ich glaub die Karte die ich schreiben sollte bleibt leider im Laden stecken und vergammelt dort. Ich hab euch trotzdem lieb!

1000 beijus und Licht und Liebe
Vipika
26. März 2009

Aroldo
Ich wohnte mit meiner Mutter und meinen Brüdern im Stadtteil „Panamericano“. Wir waren acht Geschwister, vier Jungs und vier Mädchen. Mein ältester Bruder ist tot. Als er gestorben ist bin ich wieder auf die Straße gegangen. Ich bin schon vorher dort gewesen, aber ich bin immer wieder nach Hause zurückgekehrt und ging zur Schule.
Er ist erschossen worden, er war süchtig nach Haschisch und klaute viel. Er war sehr schlimm. Er hat sogar schon einmal unseren Nachbarn überfallen und war ein paar Mal in der Einrichtung „FEBEM“ untergebracht worden. Als er das letzte Mal entlassen wurde ist er nach Hause gekommen. Eines Tages traf er auf der Straße einen Typen, mit dem er schon Ende des Jahres Streit gehabt hatte. Der ging ganz nah an meinem Bruder vorbei und sagte zu ihm:
„Der Tag ist gekommen!“
Nachts stand mein Bruder vor dem Haus meines Onkels; er hatte das Baby meiner Cousine auf dem Arm. Der Typ kam auf einem Mofa vorbeigefahren und hat fünfmal auf meinen Bruder geschossen. Zwei Schüsse haben ihn getroffen. Mein Bruder hat das Baby auf den Boden fallen lassen. Eine Kugel hat seine Lunge getroffen, die andere ist in der Wirbelsäule stecken geblieben. Mein Bruder ist nicht sofort gestorben, er war vorher einige Zeit im Krankenhaus.
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20. März 2009
Oi meine allerliebsten Homies,

Ich sitze im sitio am Tisch und schreibe auf dem Computer einer der Praktikantinnen hier. Das ist neu….aber noch so viel anderes ist neu. Ich musste mit Schmerzen feststellen, wie schnell die Zeit vergeht. In meinen Gedanken zuhause war hier natürlich noch alles wie immer. Aber leider bleibt die Zeit nicht stehen. Hab ich ja letztes mal schon feststellen müssen. Aber diesmal war es kurzzeitig wie ein kleiner Hammerschlag auf den Kopf. Zunächst einmal bin ich rechtzeitig in Fortaleza gelandet und nach meiner Angst, Emanuel könnte mich vergessen haben – absurdere Ängste kann man doch eigentlich gar nicht haben – haben mich mein bester Freund Emanuel und sein Bruder Samuel und noch ein Freund vom Flughafen abgeholt. Nach reichlich Cachaca sind wir dann in meine Stammschwulen- und Lesbendisko gegangen. Der selbe DJ, aber irgendwie nicht mehr die selben Leute von damals…
In der Familie Emanuel hat sich eigentlich nicht geändert. Ein Chaoshaufen wie eh und je. So musste ich lernen im Dunkeln auf Klo zu gehen, weil Emanuel es seit einem Jahr nicht schafft, das Licht heil machen zu lassen. Und wir müssen die Wohnung mit zwei Ratten teilen, die ich selbst zum Glück noch nicht gesehen habe. Auch da frag ich mich ob es hier nicht Möglichkeiten gibt, dagegen anzugehen. Der Abwasch stapelt sich auch wie immer – damit die Ratten auch immer gut was zu essen haben – und der Computer ist auch wie immer kaputt, weil Emanuel ständig Sachen aus dem Netz runterläd, obwohl dadurch alle 3 Monate der Computer wieder kaputt geht. Ich glaub ohne all das würde ich mich da gar nicht mehr zurecht finden.
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18. März 2009
Bei einem Treffen mit Jugendlichen in Bremen Nord heute Abend gab es für uns wieder einmal etwas Ungewöhnliches zu sehen: Nachdem wir letzte Woche schon die nette Frau Schnibben vom Kiosk umme Ecke kennen lernen durften (lecker Süßkram für wenig Geld - spitze!) zeigten uns die Jugendlichen eine weitere Attraktion der Umgebung. Eine Straße, die jeden Abend um 19.00h mit einer Schranke für den Verkehr gesperrt wird, weil - is wirklich wahr! - die Frösche wandern. Und zwar quer über die Straße und angeblich in großen Mengen. Pünktlich um 19.00h waren wir vor Ort. Prompt kam der ehrenamtliche Schrankenwärter und verriegelte mit großer Souveränität die Durchfahrt. Gelernt haben wir von ihm noch, dass Frösche erst so ab 7°C zu wandern beginnen. Leider war es heute abend kälter und Frösche haben wir nicht gesehen. Egal, die Schranke blieb zu. Sehr konsequent und ausgesprochen froschfreundlich! Sachen gibts…
Außerdem fühlte ich mich noch an dieses nicht ganz so froschfreundliche Liedchen erinnert: Frösche weinen nie

9. März 2009
“Die Gedanken sind frei, keiner kann sie erraten” – Mit diesem Lied verabschiedeten sich die fünf Schauspielerinnen der Mädchentheatergruppe Neue Vahr am 4.03.2009 von der Bühne. Bevor ein tosender Applaus einsetzte, saß das Publikum in der Mehrzweckhalle des Jugendfreizeitheims Bispinger Staße einige Sekunden reglos da. Es war kein leicht verdauliches Stück, das unsere Theaterpädagogin Wiebke Jopp und ihre Mädchentheatergruppe präsentierten. Nach vierjähriger Zusammenarbeit ist die Truppe reifer geworden, die Darstellung tiefgehender, intensiver, die Themen ernster: Das Publikum, das diesmal nicht vor einer Bühne saß, sondern mitten im Geschehen, sollte sich nicht einfach amüsieren, sondern wurde indirekt aufgefordert, die Arbeit der mittlerweile fast erwachsenen “Chicks and Queens” tatsächlich auf sich wirken lassen.
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